Meraner Höhenweg - manche Wege im Leben geht man alleine...

 

 

 

Sechs Etappen - 94 Kilometer - Ich... mein Rucksack mit den notwendigsten Dingen... und mein Begleiter Hampi (ein kleiner Stofftier Affe, der für mich eine sehr persönliche Bedeutung hat) machte mich Anfang September 2019 alleine auf den Weg, um den Meraner Höhenweg um den Naturpark Texelgruppe in Südtirol zu erwandern.

 

 

Von den Herausforderungen und Grenzen, von Glück und Schmerz, Lösungswegen, Erfahrungen und Erlebnissen, von Achtsamkeit und Genuss, von Begegnungen und der Zeit mit mir und meinen Gedanken möchte ich Euch gerne in den nächsten Blogartikeln berichten. 

 

"Der Weg ist das Ziel"

Immer wieder wurde ich erstaunt bis ungläubig gefragt, "wieso machst Du das ALLEINE?"... (Teilweise mit dem Zusatz "als Frau"?)

 

Noch vor wenigen Jahren wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, eine Reise alleine zu unternehmen. Warum auch? Ich habe Familie, einen Partner, mit dem ich viele Interessen teile, Freunde/innen und genügend Hobbies, die ich gemeinsam mit Menschen teilen und dort Zeit verbringen kann. ... All das habe ich auch jetzt noch. Aber gleichzeitig auch das Bedürfnis, mal Zeit nur mit mir zu verbringen. In meiner Arbeit nehme ich mir immer viel Zeit und volle Aufmerksamkeit für die Gespräche und Interaktionen, dafür, für meine Klienten/innen bestmöglich da zu sein und auch in meiner Freizeit ist es mir wichtig, dass es meinem Umfeld, meiner Familie und Freunden gut geht.

Zeit nur für mich gibt es selbstverständlich auch... ich mache Sport und Yoga, meditiere, lese gerne und setze kreative Ideen in die Tat um oder entdecke auf unterschiedlichste Art und Weise bei spannenden Reisen die Welt... Europa, Südostasien, Indien... Immer wieder neu. Nur noch nie für längere Zeit alleine.

 

 WOHIN WILLST DU?

 

Diese Frage beschäftigt mich auf verschiedenste Weise schon seit einiger Zeit. Ich bin häufig alleine unterwegs... zu meinen Firmen, die ich betreue, in meine Praxis, zu Fortbildungen, Seminaren (gerne auch mal im Ausland - Traumatherapieseminare auf Lanzarote) - und dennoch bin ich dann immer im Kontakt und Austausch über das jeweilige Thema. Bereite mich vorab darauf vor und reflektiere danach nochmal, was ich getan oder erfahren habe. Ich nutze die Zeit vorher und nachher sehr effektiv.

 

In diesem Jahr - insbesondere nach meiner großen Kieferbruchoperation im Frühjahr - hatte ich immer mehr das Bedürfnis, auch einmal bewusst ZEIT nur mit mir zu verbringen, viele Menschen verbringen Zeit mit mir - nur ich selbst nicht :)... früher wollte ich gerne eine Mountainbike-Alpenüberquerung machen. Aber das kommt für mich alleine nicht in Frage. Also war klar, ich werde wandern gehen... ich bin gerne in der Natur, in den Bergen, gehe gerne wandern (einzelne Tage auch gerne mal alleine)... viele Wege habe ich überlegt:

  • Etappen des E5-Fernwanderweges,
  • den Altmühltal-Panoramaweg,
  • den Jakobsweg nach Santiago di Compostella
  • ...

... und alles wieder ausgeschlossen, weil mich nichts so wirklich überzeugt und angesprochen hat. Zu viele Menschen, Stempel und Bettenlager, logistischer Aufwand, Klettersteige... Bis mir eine Klientin von Ihrer geplanten Wanderung auf dem Meraner Höhenweg erzählt hat (Danke dafür!). Das war stimmig! Ein Rundweg mit sechs Etappen, der jedoch alleine gut machbar ist. Kein Klettersteig (ich habe Höhenangst und Angst abzustürzen) und die Möglichkeit, in Wegnähe zu übernachten. Nicht zu weit weg und doch weit genug weg. Und das Ganze in einer wunderschönen Gegend - Südtirol. In der Regel im Spätsommer bestes Wanderwetter, Sonne, angenehme Temperaturen, reifes Obst an den Obstbäumen und Weinreben. Ein Traum.

 

Rein örtlich war die Frage "WOHIN WILLST DU?" beantwortet und ich machte mich an die Planung. Als erstes besorgte ich mir eine gute Wanderkarte der Region Naturpark Texelgruppe und einen Wanderführer zum Meraner Höhenweg an dem ich mich orientierte. Dann... bereits geplante Termine in der Praxis verschieben, Organisatorisches mit meinem Mann besprechen, Etappenplanung und Vorbuchung meiner Übernachtungen auf dem Höhenweg und die Entscheidung, wann fahre ich wieder nach Hause... ich entschloss mich, mir im Anschluss an meine Wanderung noch drei Tage Wellness und Erholung in Dorf Tirol zu gönnen. Insgesamt also 10 Tage für mich und mit mir. Das könnte eine spannende Expedition werden. Ich fühle mich konditionell für eine solche Tour fit genug und dennoch... fast 100 Kilometer laufen ist eine Herausforderung. Doch die Sehnsucht danach, Stille und Natur, Ruhe und inneren Frieden zu finden, war größer als sämtliche Sorgen und Befürchtungen. Genau wie im Leben meiner Klienten/innen ist auch mein Leben schon immer sehr bewegt gewesen. Es gibt vieles zu reflektieren, auch das ein oder andere zu verarbeiten, ich habe häufig hohe Ansprüche und eine große Erwartungshaltung an meine eigene Leistungsfähigkeit und ich wollte auf dieser Wanderung natürlich ebenfalls eine Erwartung erfüllen. Wieder einmal eine selbstgesteckte Erwartung. Ich werde diesen Weg gehen! Komplett und möglichst ohne konditionelle oder kräftemäßige Einschränkungen. Das war der Plan... mein Perfektionismus und ich - ein eingespieltes Team ;).

Auch was Reiseplanung und Orientierung betrifft, spüre immer mehr den Wunsch nach Unabhängigkeit und Eigenständigkeit. Nach innerer und äußerer Freiheit, mein Leben selbstbestimmt und noch freier gestalten zu können und dann auch die Verantwortung dafür übernehmen zu müssen und zu wollen.

 

Ich hatte für meine Wanderung also ZWEI ZIELE... ein real messbares, das aus Tageskilometern, Höhenmetern und gelaufener Zeit besteht und ein subjektives, inneres Ziel... offen sein für das, was 10 Tage alleine unterwegs zu sein, auf mich gestellt zu sein, mit mir machen. Ich brauche Zeit... SEELENZEIT...

 

Und genau davon möchte ich Euch in den kommenden Blogartikeln weiter berichten... 

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