Corona als Charaktertest...?

 

 

Im Rahmen der Corona Krise zeichnet sich ein ganz interessantes Phänomen in verschiedensten Bereichen ab, auf staatlicher Ebene, in Unternehmen oder im Privatleben ... jeder einzelne Charakter wird auf die Probe gestellt...viele legen ihre Masken ab ... Charaktere zeigen sich. 

Man kann zwei grundsätzliche Verhaltensweisen beobachten. Nämlich, ob wir in dieser Krise mit Vertrauen reagieren oder mit Kontrolle - in uns selbst und unsere Mitmenschen…

 

 

 

Es wird deutlich, wer nach welchen Mustern funktioniert...

  • können wir vertrauen oder meinen wir kontrollieren zu müssen?
  • Sind wir Getriebene oder sind wir Gestalter?
  • Können wir da überhaupt wirklich frei wählen?

Gerade jetzt wird uns diese Wahlmöglichkeit in vielen Bereichen genommen...

Was uns noch bleibt, ist Vertrauen in unsere eigenen Werte und dementsprechend zu handeln, doch damit tun sich aktuell viele Menschen sehr schwer - aus unterschiedlichen Gründen. Ein Faktor der das erschwert ist, dass auf verschiedenen Ebenen unterschiedlich und vor allem manchmal widersprüchlich und paradox gehandelt und kommuniziert wird, sei es staatlich, wirtschaftlich oder privat.

 

Wir können vermeintlich im eigenen Ermessen entscheiden, aber eine konkrete Anordnung von staatlicher Seite fehlte anfangs und wird nun alle paar Tage oder regional anders und neu ausgelegt. Nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch in Unternehmen ist zu beobachten, dass diese Entscheidung selten an der Spitze ganz einheitlich getroffen wird sondern die Auslegung und endgültige Entscheidung nach unten (top down) delegiert wird, was für weitere Verwirrung und teilweise Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeiten sorgt. An einem Beispiel wird dies sehr deutlich. Wer darf/kann/muss weiter in seinem Unternehmen vor Ort arbeiten, wen kann/muss man zum Arbeiten ins Home-Office schicken oder gar kündigen oder in Kurzarbeit schicken?

Wie die jeweilige Situation erlebt wird, hängt dann allerdings wiederum vom Kontext des Betroffenen ab.

 

Hinzu kommt, dass bestimmte Branchen/Lebensbereiche unterschiedlichen Regelungen unterworfen sind, was inzwischen immer häufiger als nicht logisch begründbar und somit nicht mehr nachvollziehbar und teilweise diskriminierend erlebt wird. Beispielsweise sind Versammlungen/Demonstrationen oder Gottesdienste bis zu einer bestimmten Personenanzahl (von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich) wieder erlaubt, wohingegen dies z.B. für Kinder und Jugendliche - beispielsweise die Öffnung von Spielplätzen - nicht zutrifft. 

 

 Wenn Regierungen und Gesundheitsämter etwas empfehlen oder gesetzlich regeln, wie verhalte ich mich, als Gruppe als Unternehmen, als Individuum? Welche Werte sind für mich wichtig und welchen Stellenwert hat Solidarität für mich?

 

Bleibe ich bei meinen eigenen moralischen Werten und Überzeugungen für die ich stehe ... vertraue ich darauf und somit in mich selbst und handle entsprechend, auch wenn ich dadurch vielleicht Anderen widerspreche - oder fühle ich mich unfrei in meinen Entscheidungen und beuge mich der Kontrolle bzw. habe ich das Gefühl, selbst auch kontrollieren zu müssen?

 

Welchen Weg gehst Du und wie fühlt sich das für Dich an? 

Vertraust Du oder kontrollierst Du?

 

 

Uwe Nikolaus

 

 

Fotos: pixabay

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Kommentare: 1
  • #1

    Sabrina H. (Sonntag, 31 Mai 2020 14:13)

    Guter Gedankengang!

    Ich persönlich habe das Gefühl, dass wir gerade eine gesellschaftliche Doppelmoral erleben.

    Denn ich habe mich gefragt, weshalb Menschen freiwillig auf ihre Freiheiten und auch auf die damit verbundene Eigenverantwortung verzichten.

    Aufgrund von Beobachtungen bin ich nun zu folgender Erkenntnis gekommen:

    Diese Menschen erleben aus gutem Grund keine Einschränkungen, da sie der unbewussten Überzeugung sind, die Regeln für sich selbst individuell interpretieren zu können. Die anderen müssen sich nur daran halten!

    Soll heißen: Regeln ja, weil die anderen ja alle zu blöd sind, nicht aber für mich, weil ich kann damit umgehen.

    Ja was denn nun?
    Wenn ich es für mich selbst in Anspruch nehme, muss ich es moralisch gesehen doch auch anderen zugestehen?!

    Ein Phänomen unserer Zeit? Wir sehen uns selbst als besonders, die Gefahr geht aber von den anderen aus?


 

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